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15.03.2010

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H.A.I.: Weiße Flecken auf der Landkarte

Den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum Trotz: Hotelprojekte sind immer noch interessante Geldanlagen. Und während vielen Investoren häufig nur die üblichen Verdächtigen einfallen und sie Hotels projektieren in Berlin oder München – die Treugast Solution Group suchte nach weißen Flecken auf der Landkarte. „Wir haben ein Tool entwickelt, um die vergessenen Standorte hervorzukitzeln“, sagte Stefan Nungesser während der Präsentation auf der ITB in Berlin. Der so genannte H.A.I soll eine renditeorientierte Entscheidungsgrundlage für Investoren sein.

Unterschätzt: Ulm hat im H.A.I.-Index die Nase ganz vorne und zählt zu den Top-Hotelstandorten in Deutschland. Rechts Stephan Gerhard (CEO, Treugast), daneben Stefan Nungesser (Senior Consultant, Treugast) bei der Index-Präsentation in Berlin.

Berlin, 12. März 2010 | H.A.I. klingt zunächst einmal gefährlich nach Raubfisch. Ausgeschrieben klingt es auch nicht viel besser: Hotelinvestment-Attraktivitäts-Index. Herausgekommen ist ein Städteranking der besonderen Art: Wo lohnt sich ein Hotelprojekt am ehesten, von welchen Standorten sollten Investoren eher die Finger lassen? Mit diesem Werkzeug an der Hand können Investoren künftig auf Beutefang gehen. Gleichwohl warnte der Chef der Treugast, Stephan Gerhard, davor, sich allein auf den H.A.I. zu verlassen: „Der Index ersetzt keinesfalls eine individuelle Standortprüfung.“ Der H.A.I. wurde konzipiert von der Treugast Solutions Group in Zusammenarbeit mit Colliers Hotel.

Als Ergebnis ist ein auf dem deutschen Markt einmaliges Städterankig entstanden, das es erstmals ermöglicht, Hotelentwicklungspotenziale deutscher Städte fundiert zu bewerten. Es drückt die Bewertung der jeweiligen Stadt nach dem Triple-A-Verfahren aus. Mit einem Durschnittsindex von 0,77 Punkten, was einer BBB-Bewertung entspricht, zeigt sich, dass deutsche Städte ein insgesamt hohes Potenzial für Hotelinvestitionen aufweisen und für künftige Projekte attraktiv sind.

Die Sieger aus insgesamt 64 bewerteten Städten sind Frankfurt, München, Nürnberg, Hamburg und Ulm. Diese Top-Five-Hotelstandorte erhielten ein A. Dass sich Ulm gegen andere „Große“ durchsetzen konnte und als C-Standort klassische A-Standorte wie Berlin oder Köln hinter sich gelassen hat, darf sicher als positive Überraschung gewertet werden. Es fällt auf, dass sich nicht nur A-Standorte als interessante Destinationen für Hotelentwicklungen eignen. Auch B- und sogar C-Standorte kristallieren sich als attraktiv heraus und liefen einigen renommierten Städten den Rang ab.

Unter den Top Ten finden sich mit Bremen und Augsburg weitere „Gewinner“ aus der Kategorie B-Standort. Noch eine Überraschung: Das gute Ergebnis Potsdams und Ingolstadts; beide Städte haben die Top Ten nur knapp verpasst. Außerdem unter den Top 15: die Großstädte Stuttgart, Berlin und Düsseldorf. Dresden und Köln liegen im Mittelfeld des Rankings und mussten so manchen B- und C-Standort den Vortritt geben. Schlusslicht bilden die Städte Halle, Magdeburg, Krefeld und schließlich Hagen.

Das Ergebnis der Analyse entsteht aus der Bewertung von etwa 50 Kriterien in sechs Gruppen, darunter zum Beispiel die durchschnittliche Bettenauslastung, die Miet- und Grundstückspreise, die Arbeitslosenquote sowie die Infrastruktur. Darüber hinaus beeinflussten aber auch die Kriminalitätsstatistik oder touristische Angebote das Ergebnis. Berücksichtigt wurden auch die Zahl der Patentanmeldungen sowie die in der Region bereit gestellten Fördermittel.

(Mehr dazu in der nächsten Print-Ausgabe von Hotel&Technik)


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