Hotel&Ausstattung

Berufsbekleidung im Corporate Design
 
Auftritt nach Maß
 
Das Gesamtbild im Hotel muss stimmen. Das gilt für die Einrichtung des Hauses ebenso wie für die Bekleidung des Personals. Wir sind der Frage nachgegangen, warum sich Hotels für einen bestimmten Stil entscheiden und was bei der Auswahl der Uniformen die wichtigen Aspekte sind.
Kleider machen Leute. Immer mehr Hotels gehen daher dazu über, ihr Personal mit maßgeschneiderten Kollektionen einzukleiden, die das Besondere des Hauses unterstreichen sollen. Als Alternative zur Kleidung von der Stange.
Die Anforderungen an Corporate Fashion sind in der Hotellerie besonders hoch. Einerseits sind Tragekomfort und Bequemlichkeit erwünscht, andererseits werden Tragedauer und Robustheit verlangt. „Ein erfolgreiches Corporate-Fashion-Konzept misst sich daran, ob Corporate Identity und Interior Design überzeugend umgesetzt wurden“, so Lena Lieb. Die Kreativdirektorin des auf Hoteluniformen spezialisierten Unternehmens Stilform Berlin hat für das neue Tagungs- und Konferenzhotel „Dolce Munich Unterschleissheim“ ein innovatives Konzept für Corporate Fashion vorgelegt. Die Entwürfe zeichnen sich durch zeitgemäße Schnittführung in Kombination mit hochwertigen Materialien aus. Entsprechend zur Inneneinrichtung des 255-Zimmer-Hotels wurde das Farbkonzept der verschiedenen Arbeitsbereiche als wesentliches Merkmal in die Gestaltung der Uniformen aufgenommen. Dafür griff Designerin Lena Lieb auf einen modernen Stoffmix zurück. Der Oberstoff besteht aus Wolle, Polyester und Elastan, die Hemden werden aus Baumwolle und Polyester gefertigt. Im sensiblen Spa-Bereich tragen die Hotelmitarbeiter Shirts aus dem reiß- und scheuerfesten Modal in Kombination mit Poly-ester. Die sind angenehm zu tragen, bleiben lange in Form und der Träger schwitzt nicht so schnell. Im Bankettservice wird die bewährte Kombi aus Baumwolle und Polyester eingesetzt. „Bei der Auswahl der Stoffqualitäten greifen wir auf unsere langjährige Erfahrung mit Corporate Fashion in der internationalen Spitzenhotellerie zurück“, so Lieb weiter. Produkt des kreativen Schaffens ist ein gehobener Landhausstil, der Heimeligkeit bei den Gästen weckt, kombiniert mit zeitgemäßen Elementen. Modernität mit klarem Bekenntnis zur Tradition. Das ist die Erfolgsformel des neuartigen Bekleidungskonzeptes speziell für das neue Flagschiff der erfolgreichen internationalen Dolce Group. „Den Bezug zur bayerischen Tradition spiegeln beispielsweise die Hirschhornknöpfe oder eine Trachten-Brosche wider.“

Maßgesschneidertes Design

 
  Die Mitarbeiter des „Best Western Premier Hotel Villa Stokkum“ begrüßen ihre Gäste in Hoteluniformen von CWS-Boco. Jeder Bereich hat seine eigene Farbgebung.
 

Die internationale Hotelkette art’otel stellt Kunst, Design und Architektur in den Mittelpunkt, jedes Hotel versteht sich dabei als „Hommage an einen bedeutenden Künstler“, so Remco Gerritsen vom Unternehmen. Das schließt auch die Hoteluniform mit ein. Im neu eröffneten „art‘otel cologne“ trägt das Personal Berufskleidung, die von Modestudenten der internationalen Modeschule Esmod Berlin kreiert wurde. Die Entwürfe hatten strengen Vorgaben zu entsprechen. Sie mussten unter anderem zu unterschiedlichen Trägertypen passen und zudem strapazierfähig sein. Die Ergebnisse kamen mal ausgefallener, mal gemäßigter daher – allesamt angelehnt an die Handschriften der durch die art’otels repräsentierten Künstler, darunter Baselitz, A.R. Penck, Andy Warhol, Wolf Vostell und Donald Sultan. Derzeit läuft noch eine Testphase, ob sich die Textilien im Hotelalltag bewähren. Wenn die Kleidung überzeugt, soll sie die Hausuniform aller sieben art‘otel-Häuser werden. Doch Hoteldirektorin Cordula Waldeck ist noch etwas skeptisch, ob sich die Bekleidung durchsetzen werde. Die Uniformen seien sehr pflegeintensiv. Obendrein sind viele Reißverschlüsse als Verzierung angebracht, an Rücken, Kragen et cetera – das ist zwar hübsch anzusehen, doch recht unpraktisch in der Handhabung.
Bei ihren Entwürfen wurden die Modestudenten übrigens von der Firma Novanex unterstützt. Das Erfurter Designbüro ist auf die Gestaltung, Produktentwicklung und Herstellung von textilen Produkten spezialisiert. Novanex hat die Kleidungsstücke ebenfalls auf Alltagstauglichkeit geprüft, modifiziert und in produktionsreife Prototypen verwandelt.

Auch das „Louis Hotel“ in München lässt seine Mitarbeiter keine Kleider von der Stange tragen, sondern eine eigens für das Haus entworfene Kollektion. Der Auftrag wurde von der All Corporate Products GmbH (ACP) durchgeführt. „Das „Louis Hotel“ ist ein Einzelstück“, betont Hoteldirektor Andre Garcia. „Die Liebe zum Detail wird hier groß geschrieben.“ Daher sollte es für das Designhotel auch eine besondere Berufsbekleidung sein. „Individuell und trotzdem tragbar.“ „Wir wollten uns von der klassischen Uniform trennen“, erklärt Garcia. Die Bekleidung war bereits in der Planungsphase Teil des Gesamtkonzepts des Hotels. „Die Ausstattung des Personals wird hier als Weiterführung des Interiors verstanden“, erläutert Martina Pühl-Bennewitz, Geschäftsführerin von ACP. „Daran haben wir uns orientiert und so ist eine ganz individuelle Kollektion entstanden.“ Highlight sind die Tunika-Kleider, die mit lila Details und schmalem Gürtel versehen sind und eine sehr feminine Figur machen. Die Kollektion ist auf die Umgebung abgestimmt und spiegelt den asiatischen Einfluss und die schlichte Eleganz der Innendekoration wider.

Doch es muss nicht immer gleich eine eigene Kollektion sein. Auf dem Markt finden sich zahlreiche Unternehmen, die ein breites Sortiment an Berufskleidung für die Hotellerie und Gastronomie zum Kaufen, Leasen oder Mieten bieten. Eines davon ist Greif Textile Mietsysteme. Verkaufsleiter Helmut Börner: „Unser Unternehmen ist auf die textile Dienstleistung spezialisiert, wobei unser Fokus auf dem Bereich der Hotelwäsche liegt. Da unsere Kunden die vielen Vorteile der Dienstleistung schätzen, bieten wir Hotels und Restaurants auch Berufskleidung an. Das verstehen wir als Service aus einer Hand.“ Die Kollektion umfasst Hosen und Jacken für Köche, eine Auswahl an Shirts, Hemden und Blusen, Westen, Jacken, Hosen und Schürzen für den Service sowie Kasacks für das Housekeeping. Greiff stattete beispielsweise das Hotel „Bernstein“ auf Rügen mit ansprechenden Westen aus. Dazu Hoteldirektorin Sandra Dorissen: „Wir haben uns für unser Haus ein einheitliches Auftreten gewünscht. Die Farbgebung des Bernsteins, nach dem unser Hotel benannt ist, wird in den Westen und T-Shirts wieder aufgenommen.“ Die Bekleidung der Mitarbeiter sollte vor allem praktisch und pflegeleicht sein, zugleich aber dem besseren Wiedererkennen dienen.

Das „Best Western Premier Hotel Villa Stokkum“ setzt auf die Mode von CWS-Boco. Der Dreieicher Dienstleister lieferte ein umfangreiches Sortiment an Kleidungsstücken und Accessoires, die „das moderne Erscheinungsbild des Hauses unterstützend mitprägen sollen“, so Gabriele Christ, Eigentümerin und Geschäftsführerin des „Best Western Premier Hotel Villa Stokkum“. Anthrazit in Kombination mit Weiß oder dezentem Beige, aktuelle Schnitte und Qualität bestimmen die Modelinie in den öffentlichen Bereichen, klassisches Weiß und Schwarz mit Akzenten in Rot dominieren in der Küche. „Wir haben großen Wert auf freie Kombinierbarkeit und optimale Passform gelegt. Es wurde jeweils individuell Maß genommen“, erklärt Christ.

Culinea heißt die neue Kollektion der DBL – Deutsche- Berufskleider-Leasing GmbH. Entwickelt wurde sie gemeinsam mit dem dänischen Konfektionär Kentaur. „Culinea stellt mit ihrer aparten Optik eine elegante Alternative zu den bislang lieferbaren Kollektionen dar“, so Dirk Hischemöller, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing DBL. Für den richtigen Stil und modische Würze sorgen die einzelnen Kollektionsteile. Rostrote und beige Streifen auf schwarzem Grund – die Herren- und Damenwesten sowie die Schürzen werden zu Hinguckern. Die Rücken-ansicht ist dagegen klassisch schwarz, mit verstellbarem Riegel für bequemen Sitz.
Susanne Abel

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